Tim Bothe über unseren KL-I
Ich habe den Klausuren-Intensivkurs des Steuerseminars Dr. Huttegger und Partner zur Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen 2025/26 besucht und kann den Kurs uneingeschränkt weiterempfehlen.
Der Kurs erstreckt sich über sechs Wochen von Mitte August bis Ende September und ist in zwei Abschnitte gegliedert. In den ersten drei Wochen schreibt man jeweils an einem Tag eine sechsstündige Klausur und bespricht diese am Folgetag; nachmittags hat man dann noch mal etwas Zeit die besprochenen Themen nachzuarbeiten. In den letzten drei Wochen findet der Kurs im echten „Überlebensmodus“ statt: morgens sechsstündige Klausur mit einstündiger Mittagspause und anschließender Besprechung.
Insgesamt werden 27 Klausuren geschrieben: neun Ertragsteuerklausuren, neun Bilanzsteuerklausuren, drei Mischklausuren, zwei Klausuren Abgabenordnung, zwei Umsatzsteuerklausuren und zwei Erbschaftsteuerklausuren. Die Klausuren haben ein sehr gutes fachliches Niveau, gehen in die Tiefe und decken sowohl klassische Prüfungsthemen als auch „Exotenfälle“ ab. Der Kurs empfiehlt sich daher auch nur an Anwärter, die bereits umfangreiche theoretische Kenntnisse und bestenfalls auch bereits ein paar Einstiegsklausuren geschrieben haben. Der Klausurenplan ist dabei so aufgebaut, dass zentrale Themen regelmäßig wiederholt und immer wieder angewendet werden, sodass sich das Wissen nachhaltig festigt. Aus diesem Grund ist der Kurs trotzdem für Anwärter aller Niveaus geeignet.
Neben den Klausuren, erhalten alle Teilnehmer ein Punkteschema sowie eine ausführliche Lösungsskizze, die unbedingt durchgearbeitet werden sollte, da sie viele wertvolle Hinweise für die eigene Vorbereitung enthält. Besonders wertvoll war für mich die konsequente Nachbereitung der Lösungen nach jeder Besprechung und die Analyse meiner eigenen Fehler. Eine individuelle Klausurbewertung findet nicht statt. Was ich anfänglich als Nachteil empfunden habe, hat sich im Nachhinein als großer Mehrwert rausgestellt. Denn so war ich gezwungen, mich konsequent mit den Lösungen zu beschäftigen und mich ehrlich selbst zu bewerten. Dieser Prozess hat mir persönlich den größten Lernerfolg gebracht.
Die fachliche Qualität der Dozenten ist außergewöhnlich hoch. Rückfragen und spontane Fallabwandlungen können jederzeit kompetent beantwortet werden – wenn eine Frage mal zu exotisch ist, wird die Antwort in der nächsten Vorlesung besprochen. Besonders beeindruckend fand ich auch, dass sich die Dozenten selbst nach langen Kurstagen noch Zeit für individuelle Fragen genommen haben, bis das Problem verstanden wurde.
Zudem wird konsequent Bezug auf die Musterlösungen der vergangenen Examina genommen. Dadurch lernt man genau das, was für das Examen wirklich relevant ist. Viele Themen werden inhaltlich noch einmal wiederholt, mittels Schemata verdeutlicht und in einen Gesamtkontext eingeordnet, sodass Zusammenhänge zwischen den einzelnen Rechtsgebieten klarer werden. Insgesamt legt das Steuerseminar Dr. Huttegger und Partner viel Wert auf allgemeines Systemverständnis und nicht nur darauf Paragrafen abzuschreiben, ohne zu wissen, was man tut. Dies war mir persönlich extrem wichtig, da mir dieses Vorgehen bei anderen Anbietern bereits aufgefallen ist.
Dennoch wird neben der theoretischen Wissensvermittlung sehr viel Wert auf Klausurtechnik gelegt. Es wird genau vermittelt, worauf die Korrektoren Wert legen, wie man die maximale Punktzahl erreicht und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte. Dabei werden immer wieder konkrete Hinweise gegeben, wie man vorgehen sollte, wenn man viele, ein paar oder gar keine Schwierigkeiten mit einer Aufgabe gehabt hat, um seine persönliche Leistung gezielt zu verbessern.
Auch organisatorisch ist der Kurs hervorragend aufgebaut. Die Teilnahme ist flexibel in Präsenz oder online möglich. Ich persönlich habe zum Lernen immer die passende Atmosphäre benötigt und habe deshalb meine Klausuren im großen Vorlesungssaal mit den anderen Teilnehmern geschrieben. Es gab aber auch viele, die die Klausur zuhause geschrieben haben und dann erst nachmittags zur Besprechung in den Saal erschienen sind – oder andersherum. So kann jeder von den Klausuren und den Vorlesungen profitieren, wie es zu seinem Alltag passt.
Da ich nicht aus Kiel komme, habe ich mir für die sechs Wochen ein kleines Apartment in der Nähe gemietet. Sofern es die individuelle Situation zulässt, empfehle ich dieses Vorgehen auch an jeden anderen weiter, da man in der Zeit auf jeden Fall seine Ruhe benötigt – sei es für die Nacharbeit oder zur Entspannung.
Meine persönliche Ausgangslage war geprägt durch eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten, die Fortbildungen zum Fachassistenten für Rechnungswesen und Controlling sowie zum Steuerfachwirt und ein Bachelor und Masterstudium im Unternehmenssteuerrecht an der Universität zu Köln. Trotz dieser fundierten Vorbildung hat mir der Kurs fachlich und prüfungstechnisch noch einmal einen enormen Schub gegeben und mich optimal gezielt auf die Steuerberaterprüfung vorbereitet.
Nach den 27 Klausuren bei Dr. Huttegger fühlte sich die echte Examensklausur nur noch wie eine weitere Übungsklausur an. Ich hatte keine Angst mehr vor einzelnen Themen, da zu jedem Bereich klare Schemata vermittelt wurden, die man sicher anwenden konnte. Auch mit den gefürchteten „Exotenfällen“ wusste ich umzugehen. Zwar ist es nicht möglich, dass diese Themen gezielt vorbereiten werden, aber da ich mich zuvor schon in jeder Klausur mit mindestens einem Exoten konfrontiert war, wusste ich im Echtfall, wie ich hiermit umzugehen habe und konnte die Fälle anhand meines Wissens und Systemverständnisses lösen.
Was den Kurs aus meiner Sicht besonders macht, ist die intensive Zeit – vor allem in den letzten drei Wochen –, der starke Zusammenhalt in der Gruppe und dass trotz des hohen Pensums bei Teilnehmern und Dozenten der Spaß nie zu kurz kam. Es war hart, teilweise bis zu 16 Stunden am Tag zu lernen, aber man hat von Tag zu Tag gemerkt, wie man besser und selbstsicherer wurde. Ohne den Klausuren-Intensivkurs des Steuerseminars Dr. Huttegger und Partner hätte ich das Steuerberaterexamen nicht bestanden.
Tim Bothe (29)